Gloria: Warum nicht im Advent?

Warum wird in den Messfeiern der Adventssonntage kein Gloria gesungen? Beim Advent handelt es sich doch um eine feierliche Zeit, in der man sich auf Weihnachten freuen sollte.    L. W.

Natürlich ist es richtig, dass die Adventszeit von der Vorfreude auf das Geburtsfest Jesu Christi geprägt sein sollte - gerade in Anbetracht der Konsumhektik, von der diese Wochen heutzutage oftmals bestimmt werden.
Liturgisch gesehen besitzt der Advent jedoch noch weitere Dimensionen: Vor allem das Motiv des Wartens auf die Ankunft (lat. adventus) des Herrn spielt hierbei eine wesentliche Rolle (vgl. diesen Beitrag). Ein solch gewichtiges Kommen bedarf einer ernsthaften Vorbereitung, sodass man von Anfang an, besonders in Gallien und Spanien, Elemente aus der wesentlich älteren Österlichen Bußzeit in den Advent übernommen hat: der Ruf nach Umkehr und Buße, die Bußfarbe Violett für die liturgischen Gewänder sowie der Wegfall des Gloria-Hymnus. Früher verzichtete man ebenfalls auf das Halleluja sowie auf das Te Deum (im Stundengebet).
Vor allem der noch heute vorgesehene Verzicht auf das Gloria in excelsis Deo, das einer der festlichsten Gesänge der römischen Liturgie darstellt, befördert die besondere, vom Motiv der Erwartung geprägte Dynamik dieser Zeit: Unser Zugehen auf den Höhepunkt des weihnachtlichen Festkreises, das Hochfest der Geburt Jesu Christi, ist noch nicht beendet.

Manuel Uder, Trier

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